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I NOW PREFER GREY SKIES (2009 - 2016)

I NOW PREFER GREY SKIES (2009 - 2016)

Notation

42 Drawings 59,4 x 42 cm

Fineliner / Edding on paper

Sound

2017

I NOW PREFER GREY SKIES (2017 - 2021)

I NOW PREFER GREY SKIES (2017 - 2021)

Notation
Stickarbeit / Sound
2021

I NOW PREFER GREY SKIES ist ein alternatives Notationssystem, das die Drohnenangriffe der USA auf Afghanistan, Pakistan, Somalia und dem Jemen in den Jahren 2017 - 2021 abbildet. Die Daten werden vom Büro für Investigativen Journalismus gesammelt und sind auf deren Home- page öffentlich zugänglich. Auf Basis dieser Daten hat Michael René Sell ein Zeichensystem entwickelt, mit welchem die Angriffe für verschiedene Orchestrationen spielbar werden. Sells Interesse an der Visualisierung und Vertonung von Vorgängen und Zuständen, die an sich keinen Klang tragen oder im westlichen Kulturkreis nicht hörbar sind, manifestiert sich auch in dieser Arbeit.

Durch das Zitat:


„I NO LONGER LOVE BLUE SKIES, I NOW PREFER GREY SKIES, THE DRONES DON’T FLY WHEN THE SKIES ARE GREY!”

eines 14 Jährigen Jungen aus Pakistan, wurde Sell auf den Drohnenkrieg aufmerksam. Die Tat- sache, dass die Bewohner:innen der von Drohnen bombardierten Gebiete mit der Zeit ein Ohr für den Klang der Drohnen entwickeln, - es handelt sich um ein surrendes Geräusch, das sich normalerweise unmerklich in die alltägliche Geräuschkulisse einfügt – war für Sell der Auslöser dieses Geräusch in einen künstlerischen Kontext zu übertragen und damit auch im Westen rezi- pierbar zu machen.

Die zwei Welten, der emotionale Terror auf der einen Seite und die kühle, sachliche Organisation der Drohnenangriffe auf der anderen Seite, stehen sich auch in ästhetischer Form in der Arbeit als Klang und Installation gegenüber. Die Partituren sind eine Mischung aus Kalender und Statis- tik. Präzise, sorgfältig und systematisch angelegt. Parameter wie Rhythmus, Takt, Geschwindig-keit, Tonhöhe und Instrumentierung sind nicht festgelegt. Vielmehr entsteht die Stimmung und die Art der Interpretation des Werkes durch das Zusammenwirken der visuellen Arbeit, als auch der möglichen akustischen Übersetzung durch Musiker:innen.

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